Pro
Jahr wird in Deutschland ein volkswirtschaftliches Vermögen von mehreren
Milliarden Euro durch Feuer vernichtet. Jeder dritte Brand in der Industrie
führt, nach Angaben der Versicherungswirtschaft, zu Sachschäden
von mehr als 500.000 Euro. Und jeder einzelne Fall hat darüber hinaus
oft sehr weitreichende Folgen für das betroffene Unternehmen. Dennoch
investieren viele Firmen gerade nur so viel in den Brandschutz, wie unbedingt
erforderlich ist.
Oft werden die Spätfolgen eines Brandes - der dauerhafte
Verlust von Kunden und Marktanteilen ebenso wie von qualifizierten Mitarbeitern
- unterschätzt. So ersetzt die Feuerversicherung zwar den Schaden
an Gebäuden und Einrichtungen, während laufende Kosten und entgangene
Gewinne möglicherweise durch eine Betriebsunterbrechungsversicherung
abgedeckt sind. Ob jedoch Kunden und Mitarbeiter nach Behebung des Schadens
und einer Wiederaufnahme des Betriebes zurückkehren, ist fraglich.
Kunden haben in der Zwischenzeit neue Geschäftsbeziehungen zu Mitwettbewerbern
aufgebaut und ehemalige Mitarbeiter, die während der Betriebsunterbrechung
arbeitslos waren, haben eine neue Anstellung gefunden.
Durch konsequenten und vorbeugenden Brandschutz könnten
viele dieser Probleme vermieden werden. Grundsätzlich gilt: Ein entstehender
Brand lässt sich mit einem Feuerlöscher fast immer gezielt löschen.
Vorausgesetzt, die Geräte werden regelmäßig, mindestens
jedoch alle zwei Jahre, sachkundig geprüft - und die Mitarbeiter wissen,
wo der nächste Feuerlöscher hängt und wie man ihn bedient.
Adventszeit
im Büro
Brennende Kerzen im Büro; ein erhöhtes Risiko
in der Adventszeit. Nicht nur zu Hause, auch am Arbeitsplatz tauchen flackernde
Kerzen und Adventskränze jeden Raum in ein festliches Licht. Doch
was die weihnachtliche Stimmung und das Betriebsklima fördert, ist
nicht ganz ungefährlich. Denn jede einzelne Kerze ist eine kleine
Feuerstelle und kann unmittelbar über der Flamme Temperaturen von
bis zu 750 Grad Celsius entwickeln. Aus zwei Gründen nimmt die Brandgefahr
bis in die letzten Tage vor Weihnachten sogar noch zu: Zum einen brennen
die Kerzen nach und nach ab und kommen dem Tannenschmuck immer näher
und zum anderen werden die Nadeln und Zweige immer trockener und können
sich leichter entzünden. Dann genügt bereits eine kurze Ablenkung
- und das Tannengesteck oder der Adventskranz stehen in Flammen. Entscheidend
ist zunächst ein geeigneter Standort - mit ausreichendem Abstand zu
Gardinen oder Akten. Insbesondere bei geöffneten Fenstern oder Türen
ist zudem darauf zu achten, dass brennbares Material wie Papier nicht umherfliegen
kann oder durch die Zugluft mit der Flamme in Berührung kommt.
Brennende Kerzen niemals unbeaufsichtigt lassen
Eigentlich ist es auch selbstverständlich, brennende
Kerzen nicht unbeaufsichtigt zu lassen und sie selbst dann vorsorglich
zu löschen, wenn man nur kurz den Raum verlässt. Doch genau das
geschieht in der Hektik des Arbeitsalltags nicht immer.
Wer die weihnachtliche Dekoration auf seinem Schreibtisch
nicht missen möchte, sollte daher schon bei der Auswahl des Adventsschmucks
auf folgendes achten: Kerzen gehören grundsätzlich in einen Kerzenständer.
Unverantwortlich ist es, sie nur mit einem Metalldraht auf dem Adventskranz
zu befestigen.
Brandschutz
organisieren
Alle zwei Minuten bricht in deutschen Unternehmen ein
Feuer aus. Viele davon werden gar nicht gemeldet und tauchen daher in keiner
Statistik auf. Deshalb wird die konkrete Gefahr für den einzelnen
Betrieb vielfach unterschätzt. Denn nicht nur dort, wo mit leicht
brennbaren Stoffen gearbeitet wird oder Schweißarbeiten stattfinden,
besteht ein Brandrisiko. Jedes elektrotechnische Gerät - vom Computer
bis zur Kaffeemaschine - stellt eine potenzielle Gefahrenquelle dar. Eine
Zahl macht deutlich, wie wichtig vorbeugender und abwehrender Brandschutz
ist: Jedes Jahr werden 250.000 Brände erfolgreich mit Feuerlöschern
bekämpft.
Deshalb darf bei der Errichtung, Erweiterung oder Modernisierung
gewerblicher Bauten der Brandschutz nicht aus dem Blickfeld geraten. Zudem
sind landesbaurechtliche Vorschriften und die Regelwerke der gesetzlichen
Unfallversicherungsträger (z.B. Berufsgenossenschaften) zu beachten.
Neben Feuerlöschgeräten, Wandhydranten und
Kleinlöschanlagen zählen die Einrichtung und Kennzeichnung der
Flucht- und Rettungswege zu den Brandschutzmaßnahmen.
Bei zentralen
Brandmeldeanlagen: Direkte Meldung an eine Meldezentrale oder direkt an
die zuständige Feuerwehr.
Deutliche
Kennzeichnung der Flucht- und Rettungswege für ein sicheres Verlassen
gefährdeter Bereiche.
Wahl
der Feuerlöscher-Größe
"Es entspricht der Lebenserfahrung, dass mit der Entstehung
eines Brandes praktisch jederzeit gerechnet werden muss. Der Umstand, dass
in vielen Gebäuden jahrzehntelang kein Brand ausbricht, beweist nicht,
dass keine Gefahr besteht, sondern stellt für die Betroffenen einen
Glücksfall dar, mit dessen Ende jederzeit gerechnet werden muss."
(Verwaltungsgericht Gelsenkirchen 5 K 101/85 vom 14.11.1985; Oberverwaltungsgericht
Münster 10 A 363/86 vom 11.12.1987).
Es macht wenig Sinn, z.B. in einem Bürobetrieb mit
vorwiegend weiblichen Personal, schwer zu handhabende Feuerlöscher
zu installieren. Selbst für kräftige Personen ist ein 10 - 15
kg schwerer Feuerlöscher eben nicht leicht zu bedienen. Deshalb sollten
hier Feuerlöscher mit einer Füllmenge von 6 kg eingesetzt werden.
Die notwendige Anzahl der Feuerlöscher erhöht sich dabei, je
nach Betriebsgröße, um 1 oder 2 Stück.
Wahl
der Löschmittel
Im gewerblichen Bereich kommen unterschiedliche Speziallöscher
zum Einsatz, es sollte der richtige Feuerlöscher für das jeweilige
Einsatzgebiet ausgewählt werden. So bieten Billig-Feuerlöscher
zwar einen vordergründig aktiven Brandschutz, doch die Löschmittel
können Folgeschäden an elektrischen Anlagen wie Computern oder
Kopiergeräten verursachen.
Wasserlöscher
Beim Wasserlöscher ist nicht die Menge des Wassers
entscheidend, sondern die Oberfläche der Wassertropfen. Durch den
hohen Druck, der sich beim Auslösen des Feuerlöschers im Behälter
aufbaut, wird das Wasser vernebelt. Die feinen Tropfen absorbieren die
Wärmeenergie des Feuers, der Brand erlischt. Wasserlöscher sind
nur zum Löschen fester Stoffe wie Holz oder Textilien (Brandklasse
A) geeignet.
Schaumlöscher
Schaumlöscher sind speziell für den Bürobereich
entwickelt worden. Sie ersticken den Brand gezielt, ohne die umliegenden
Bereiche zu verschmutzen. Hierbei wird das Feuer durch den Schaum, der
sich wie ein dünner Film über den Brandherd legt, gelöscht.
Eine erneute Rückzündung wird verhindert. Schaumlöscher
sind zum Löschen von Materialen der Brandklasse A und zum Löschen
flüssiger bzw. flüssig werdender Stoffe wie Lacke oder Kunststoffe
(Brandklasse B) geeignet.
Pulverlöscher
Pulverlöscher, erkennbar an der Aufschrift "ABC-Pulver"
beinhalten ein feinpulveriges Salzgemisch, das den Brand einnebelt und
erstickt. Der Nachteil: Das feine weiße Pulver verteilt sich, so
dass auch die umliegenden Bereiche gereinigt werden müssen. Ferner
kann der feine Pulverstaub in elektrische Anlagen eindringen und Korrosion
an Metallelementen auslösen. Pulverlöscher sollten daher nicht
in Büroräumen oder in der Nähe von technischen Anlagen eingesetzt
werden! Sie eigenen sich für offene Lager und zum Schutz bei Feuerarbeiten.
Neben den Stoffen der Brandklassen A und B, löschen Pulverlöscher
auch brennende Gase (Brandklasse C).
Kohlendioxid
Kohlendioxid ist ein nichtbrennbares Gas, dass den Luftsauerstoff
verdrängt und die Flamme erstickt. Der Vorteil: Kohlendioxid hinterlässt
keine Rückstände und ist daher besonders für Brände
in elektrischen Anlagen, Büroräumen und Lagern mit hochwertigen
Produkten geeignet. Vorsicht ist jedoch für die löschende Person
geboten; das Wirkprinzip dieses Löschmittels verdrängt eben auch
den Sauerstoff der Atemluft.
Fettbrandlöscher
Sicher und erfolgreich können Fettbrände nur
mit speziellen zugelassenen Fettbrand-Feuerlöschern bekämpft
werden. Sie sind speziell für die Bekämpfung von brennendem Frittieröl,
Speisefett und Speiseöl entwickelt. Berufsgenossenschaften schreiben
diesen Feuerlöschertyp, der am Aufdruck "geeignet zum Löschen
von Speiseöl- und Speisefettbränden" zu erkennen ist, für
gewerblich betriebene Küchen vor.
Hinweise
zum Verhalten im Brandfall sollen in jedem Betrieb vorhanden sein.
Haben
alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den gefährdeten Bereich verlassen?
Sammelstellen einrichten und kennzeichnen, um die Vollzähligkeit für
einen Betriebsbereich etc. feststellen zu können.